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STIFTUNG FÜR KONKRETE KUNST ROLAND PHLEPS
FREIBURG-ZÄHRINGEN, POCHGASSE 73
 
 

 

Aus: Badische Zeitung vom 03.01.2008

Von Thomas Lachenmaier

 

Hartes Metall, weiche Form

Roland Phleps mit neuen Stahlskulpturen und Reliefs in der Freiburger Stiftung für Konkrete Kunst

Es fällt schwer, bei Skulpturenausstellungen in der Halle der Stiftung für Konkrete Kunst in Freiburg, die Werke nicht auch in ihrer Beziehung zur Architektur zu sehen. Es wäre auch ein Fehler, das tun zu wollen. Das gilt umso mehr, wenn Werke des Stifters Roland Phleps gezeigt werden, für dessen Arbeiten die Halle ja ursprünglich gebaut wurde.

Die derzeit gezeigte Ausstellung wird von der Beziehung geprägt, die der helle Raum des Architekten Detlef Sacker mit seinen quadratischen Verblendflächen für das natürliche Oberlicht mit den Skulpturen eingeht: Die klare Raumästhetik mit den große Flächen trifft auf die eher kleinen, edelstählernen Reliefs, die links und rechts der Wand folgen und die Tiefe des Raumes betonen. Die Architektur setzt als Gegensatz die fließenden, dynamischen und sinnlichen Qualitäten der Skulpturen von Roland Phleps frei. Ihre Bewegtheit, ihre schwungvolle geometrische Eroberung des Raumes in fließender Form entfaltet sich. Ein erfrischender, belebender Gegensatz.

Das freie Spiel mit dem Gesetz

Roland Phleps findet durch intellektuelle Durchdringung mathematisch-geometrischer Gesetzmäßigkeiten zu einer geschaffenen Form. Es ist dieses freie, befreiende Spiel mit dem Gesetz, das ihn beflügelt und sein Werk kennzeichnet. Bei seinen Reliefs ist dieser Zusammenhang besonders schön deutlich. Die Skulptur ist als Positivform aus einer Hintergrundfläche herausgeschnitten. Sie macht ihre Herkunft aus der Fläche deutlich, sichtbar. Damit, so der Künstler, rückt der Faktor Zeit als zusätzliches Element in Spiel: Der Schaffensprozess wird transparent. Phleps gestaltet mit geometrischen Formen, kombiniert etwa Kreis und Ellipse zu Skulpturen von feiner Dynamik - manchmal verspielter Eleganz.

 

Roland Phleps: Konische Variationen II

Konische Variationen II
Roland Phleps

Das harte Metall wird zu weicher Form, der Glanz geschliffener Oberflächen zum changierenden Medium verschiedenster Hell- und Dunkeltöne. Ein weites Spektrum von Kontrastmodulationen tritt zutage. Durch die Kombination von quer- und vertikal geschliffenen Metallen erweitert Phleps diese optische Qualität.

Einige der Werke sind auf einer Drehscheibe beweglich, wodurch sich die Raumwirkung um eine kinetische Dimension erweitert. Interessant ist auch das Verhältnis und die Beziehung von Innenraum und Außenraum, von offenem und umschlossenem Raum, die Phleps auch in seinen Stelen thematisiert - etwa in Skulpturen aus Zylinderfragmenten. Auch hier sind es geometrische Gesetzmäßigkeiten, die in kreativer Anwendung zu einer hohen ästhetischen Qualität finden.

 

- Stiftung für Konkrete Kunst Roland Phleps, Skulpturenhalle, Freiburg-Zähringen, Pochgasse 73.
Bis 29. Februar 2008, Termine jederzeit nach Vereinbarung: Tel. 07 61 / 5 41 21