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STIFTUNG FÜR KONKRETE KUNST ROLAND PHLEPS
FREIBURG-ZÄHRINGEN, POCHGASSE 73
 
 

 

ZU GUTER LETZT - ANSPRACHE VON ROLAND PHLEPS AM 19.09.2004

anläßlich der Vernissage der Ausstellung

"Begegnungen - Zum Achtzigsten des Stifters"

 

Liebe Freunde, liebe Gäste, meine Damen und Herren,

bevor wir unsere Aufmerksamkeit den hier ausgestellten Kunstwerken zuwenden, möchte ich Ihnen allen, die hier versammelt sind, für Ihr Kommen danken.

Mein herzlicher Dank gilt besonders den Künstlern, die ihre Werke in diese Ausstellung eingebracht haben,
er gilt Herrn Könneke als dem Vertreter der Stadt Freiburg für seine ehrenden, verständnisvollen und wegweisenden Worte
und Ihnen, verehrter Heinz Mack, dessen Werk ich seit Jahren im höchsten Maß bewundere, für Ihre grundlegenden Aussagen zur Schönheit in der Kunst, die wirklich nachdenkenswert sind.
Ich danke Frau Kollmann, der Kuratorin unserer Stiftung, die das ganze "Projekt 19. September" geplant und in unzähligen Einzelschritten vorangebracht und heute präsentiert hat.
Liebe Frau Kollmann, wir haben uns erst vor eineinhalb Jahren bei der Ausstellung Van Look kennen gelernt. Sie haben sich seither mit kreativen Ideen, mit Erfahrung und Professionalität, vor allem aber mit selbstlosem Engagement für die Belange der Stiftung eingesetzt. Ich habe mich immer mehr an die Situation gewöhnt, unverdient beschenkt zu werden. Ich nehme es, wie es ist: als glücklicher Zu-Fall, den man nicht befragen und nicht entgelten kann. Meine latente Frage, wie es mit der Stiftung weitergehen wird, ist, soweit überhaupt möglich, beantwortet: Es wird gut weitergehen.

Nach diesen Worten des Dankes an die hier Anwesenden bleibt mir noch zum Schluss ein dankbares Gedenken aus der Sicht des Achtzigjährigen auszusprechen.

Meinen Eltern verdanke ich Liebe und Geleit in einer großen Familie, meinen Brüdern und Freunden Nähe und Treue, meinen Lehrern Förderung und Anregung. Ich bin in den Krieg gegangen und mit dem Leben davongekommen. Seither steht mein Leben "sub specie mortalitatis", im Bewusstsein der Sterblichkeit, somit in der Verpflichtung und im Bestreben, es zu nutzen, es intensiv und bewusst zu leben.

Ich habe das Glück gehabt, gleich nach dem Krieg in Tübingen studieren zu dürfen und mit dem Arztberuf die beste Wahl getroffen zu haben. Ich hätte keine bessere Frau finden können, als Dich, liebe Hanna, und dass wir vier Kinder und in Freiburg unser bleibendes Zuhause haben konnten, ist wieder ein Glück, für das wir dankbar sind.

Nach langen und erfüllten Jahren im Arztberuf hat sich mir noch ein neuer Lebensabschnitt aufgetan: Seit dreizehn Jahren bin ich auf dem Weg, meine gestalterischen Ideen in Stahlskulpturen zu konkretisieren. In diesen Jahren habe ich nicht nur das Glück künstlerischen Schaffens gehabt; ich bin vielen Menschen begegnet, Künstlern und Kunstfreunden, deren Nähe mir sehr viel bedeutet, denen ich herzlich und dankbar verbunden bin.
Bei der Eröffnung dieser Halle vor fünf Jahren habe ich über mich gesagt: Zum homo faber, dem tätigen Menschen, zum homo cogitans, dem nachdenkenden und zum homo passus, dem leidenden Menschen ist der homo ludens, der spielende Mensch getreten. Ist denn die Kunst Spiel?, könnten Sie fragen, ist sie nicht Ernst und Arbeit? Sie ist beides zugleich. Ihre Wurzel ist für mich die Freiheit des gestalterischen Spiels, und im Ernst und in der Leidenschaft, mit der ich "spiele", liegt das Glück.

Die Unruhe des Herzens hält das Spiel im Gang, wohl auch die Verpflichtung, von der ich eingangs sprach, das geschenkte Leben zu nutzen. So schließe ich mit den Worten meines Freundes Horatius Flaccus: "Carpe diem, quam minimum credula postero," - "Ergreife den Tag, so wenig wie möglich dem folgenden trauend."

Und jetzt: Ihr Musikanten, spielet auf!

 

 
Begegnungen -
Zum Achtzigsten des Stifters:
Eröffnung
"Zu guter Letzt"
ADELPHOI 6
Bilder von der Vernissage
 
Ausstellungen in der Skulpturenhalle
Ausstellungen von Roland Phleps
Musik bei Vernissagen, Konzerte